Karl Landsteiner (* 14. Juni 1868 in Baden bei Wien; † 26. Juni 1943 in New York) war ein österreichisch-US-amerikanischer Pathologe, Hämatologe und Serologe, der 1900 das AB0-System der Blutgruppen entdeckte, wofür er 1930 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt.
Das AB0-SystemDer österreichische Immunologe Karl Landsteiner stellte im Jahr 1901 das AB0-Blutgruppensystem vor. Während Untersuchungen zu Immunreaktionen entdeckte Landsteiner auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen zwei unterschiedliche Antigene, die er A und B nannte.
Ihre Blutgruppe könnte im Mutterpass oder in Ihrem Impfpass stehen. Sie finden den Eintrag auf den hinteren Seiten Ihres Passes – genauer auf den Notfall-Seiten, auf denen auch Ihre Geburtsdaten und Personalausweisnummer stehen sollten.
Weniger als 50 Menschen weltweit haben die Blutgruppe Rh-Null - sogenanntes goldenes Blut.
Im Labor wird die Blutgruppe normalerweise mit Hilfe von Antikörpern und Testerythrozyten bestimmt. Dabei werden für die AB0-Blutgruppe sowohl die Erythrozyteneigenschaften als auch die Isoagglutinine in getrennten Tests bestimmt, indem die Fähigkeit der Antikörper, Erythrozyten miteinander zu verklumpen, genutzt wird.
Die Blutgruppe wird durch ein Gen auf Chromosom 9 vererbt. Allelen. Beide Elternteile vererben je eines dieser Allele.
0 bedeutet, dass weder das Antigen A noch das Antigen B vorhanden sind. In dem Fall produziert das Immunsystem Antikörper gegen die Merkmale A und B. AB bedeutet, dass beide Antigene A und B vorhanden sind. In dem Fall produziert das Immunsystem keine Antikörper gegen A und/oder B-Merkmale.
Blutgruppen A, B und Null gibt es seit Millionen von Jahren. Nicht nur bei Menschen gibt es die Blutgruppen A, B, AB und Null. Das AB0-System findet sich auch bei vielen Primatenarten. Forscher folgern aus einer aktuellen Analyse: Diese vererbten Genvarianten existieren seit mindestens 20 Millionen Jahren.
Fehlen dem Blut jedoch alle 55 Merkmale aus dem Rhesussystem, spricht man offiziell von Rh-Null – der seltensten Blutgruppe der Welt. Derzeit ist weltweit von gerade einmal rund 43 Menschen bekannt, dass sie dieses sogenannte Goldene Blut in sich tragen.
Karl Landsteiner ist der Entdecker des A-,B,-0-Blutgruppensystems, also der vier Blutgruppen A, B, 0 und AB. Seine grundlegenden Ergebnisse dazu publizierte er im Mai des Jahres 1901 in der "Wiener Klinischen Wochenschrift" unter dem Titel "Über Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes".
Wir konnten einen Zusammenhang zwischen dem Krankheitsverlauf von Covid-19 und den Blutgruppen 0 und A detektieren. Signifikant mehr Covid-19-Patientinnen und -Patienten hatten im Vergleich zur Normalbevölkerung Blutgruppe A – je nach Region etwa 5 bis 10 Prozent mehr.
Vererbung der BlutgruppeBeim Neugeborenen setzt sich die Blutgruppe somit aus dem vererbten Merkmal der Mutter und dem vererbten Merkmal des Vaters zusammen. Die Merkmale A und B werden dabei untereinander gleichwertig, gegenüber dem Antigen 0 jedoch dominant vererbt.
So kommt in bestimmten Gebieten Asiens die Blutgruppe B am häufigsten vor, in Europa die Blutgruppe A. Dass „0“ in der Allelfrequenz am häufigsten auftritt, jedoch als rezessives Merkmal nicht überall die häufigste Blutgruppe darstellt, deutet auf einen Selektionsvorteil hin.
Als Patienten hingegen vertragen Menschen mit Null negativ nur ihre eigene Blutgruppe und sind daher auf Null Rhesus negatives Spenderblut angewiesen. Demgegenüber vertragen Menschen mit der Blutgruppe AB und dem Rhesusfaktor positiv auch allen anderen Blutgruppen – sie gelten damit als „Universalempfänger“.
Die beiden häufigsten in Deutschland vorzufindenden Blutgruppen sind die Blutgruppen A mit 43% und 0 mit 41% Anteil in der Bevölkerung. Beim Rhesus System haben wir in Deutschland einen Anteil von 85 % mit Rhesus positivem Merkmal und 15% mit Rhesus negativem Merkmal.
Wo wurde Karl Landsteiner geboren?
Gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen Alexander Solomon Wiener entdeckte Karl Landsteiner 1940 ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Blutgruppen: den Rhesusfaktor.
AB0-SystemDas Ergebnis: Landsteiners Blutprobe vertrug sich nur mit der eines einzigen Laborkollegen. Bei allen anderen Kombinationen wurden unter dem Mikroskop deutliche Verklumpungen sichtbar. Landsteiner schlussfolgerte nach intensiver Auswertung der Ergebnisse, dass es vier verschiedene Blutgruppen geben müsse.
Erhält ein Patient eine Transfusion von Blut, dessen Blutgruppe unverträglich zu seinem eigenen Blut ist, attackieren die Antikörper die fremden Blutkörperchen: Es kommt zur Verklumpung des Blutes mit lebensbedrohlichen Folgeerscheinungen wie Herz-Kreislauf-Störungen, allergischem Schock und Nierenversagen.
Vermischt man das Blut zweier Menschen (z.B. im Rahmen einer Blutspende oder bei Kontakt zwischen mütterlichem und kindlichem Blut während der Geburt), kann es, wenn die jeweiligen Blutgruppen nicht zueinander passen, zu Reaktionen des Immunsystems kommen.
Der Rhesusfaktor ist ein Eiweiß auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Zirka 85 Prozent der europäischen Bevölkerung besitzen diesen Rhesusfaktor und sind daher Rhesus positiv (Rh pos). Fehlt dieses Merkmal, ist die Person Rhesus negativ (Rh neg).
Im Rhesus-Blutgruppensystem gibt es fünf Antigene: D, C, c, E und e. Hauptmerkmal ist der Rhesusfaktor D (Rh-Faktor). Trägt ein Mensch diesen Faktor auf der Oberfläche seiner roten Blutkörperchen (Erythrozyten), ist er Rhesus-positiv; fehlt der Faktor, nennt man das Rhesus-negativ.
Menschen mit der Blutgruppe "0" haben in ihrem Blut sowohl Antikörper gegen Blutgruppe A als auch gegen Blutgruppe B (Anti-A-Antikörper und Anti-B-Antikörper).
Das Ergebnis: Die Blutgruppe 0 ist die älteste und dominiert noch heute bei den Überlebenden der europäischen Urbevölkerung, den Basken - einem Volk, das während der Völkerwanderungen in die Berge, in die Pyrenäen abgedrängt wurde.
Einigen Menschen fehlt er; sie sind „rhesus-negativ“. In Europa betrifft dies etwa 15 % der Bevölkerung. Erwarten Frauen mit positivem Rhesusfaktor ein Kind, ergeben sich daraus keine gesundheitlichen Probleme – ganz gleich, ob das Kind rhesus-negativ oder rhesus-positiv ist.