Recht und Gerechtigkeit können zwei völlig unterschiedliche Dinge sein, auch wenn wir uns wünschen würden dass diese miteinander Harmonien. Gerechtigkeit ist ein subjektives Empfinden. Recht ist die Ordnung, die durch geschriebene Gesetze den Umgang der Menschen untereinander festlegt.
Man unterscheidet verschiedene Konzepte und Formen der Gerechtigkeit. Eine klassische Unterscheidung besteht zwischen der Tauschgerechtigkeit und der Verteilungsgerechtigkeit. Von Tauschgerchtigkeit spricht man, wenn man für ein Gut A soviel eines anderen Guts B bekommt, dass die Werte der beiden Güter übereinstimmen.
Warum ist Gerechtigkeit wichtig? Wenn es gerecht zugeht, gibt es weniger Streit unter den Menschen. Weil sich Menschen aber nicht immer einig sind darüber, was gerecht ist und was nicht, haben wir uns Regeln gegeben. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass es in unserem Alltag gerecht zugeht.
Wenn alle Menschen gleich behandelt werden, wird man niemandem mehr gerecht. Diese Gleichmacherei ist so unmenschlich, wie etwas nur unmenschlich sein kann, denn sie verkennt, dass Menschen nicht gleich sind. Die Menschen also irgendwann verglichen werden können mit einem Termitenhaufen.
Gerechtigkeit fordert gleiche Chancen und Rechte für alle Menschen. Soziale Gerechtigkeit ist für mich ein berechtigter Anspruch, noch keinesfalls erreichte Realität. Sie ist ein Anspruch auf gleiche Behandlung, gleiche Wertigkeit und gleiche Verteilung unserer Ressourcen.
Jahrhundert vor allen Dingen eine materielle, es geht also um Teilhabe und Zugänge. Dabei hat sich die Interpretation der sozialen Bewegungen durchgesetzt. Der Haken bei dieser Definition ist aber eingebaut: Gerecht ist, was gleich ist. Gleichheit ist im System der „sozialen Gerechtigkeit“ der wichtigste Maßstab.
Gerechtigkeit ist die vollkom-mene Realisierung des Rechts. Sie ist der Inbegriff von Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Frieden, Tugend, Würde, Vernunft, Menschenrechten und Demokratie. Unsere Sozialgesetzgebung ist Recht, ob sie auch gerecht ist – darüber wird in Politik und Gesellschaft heftig gestritten.
Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit bezieht sich auf gesellschaftliche Zustände, die hinsichtlich ihrer relativen Verteilung von Rechten, Möglichkeiten und Ressourcen als fair oder gerecht bezeichnet werden können. Soziale Gerechtigkeit wurde als regulatives Prinzip zur Lösung der Sozialen Frage herangezogen.
Ein gleicher Lohn ist nicht immer gerecht. Denn Gerechtigkeit kollidiert immer mit Leistung. Nur die exakt gleiche Leistung ist exakt gleich zu honorieren.
Gerechtigkeit ist für Platon eine ewige, unveränderliche, überweltliche Idee, an der die Seele Anteil hat. Der Philosoph erläutert sein auf die Einzelperson bezogenes Gerechtigkeitskonzept mit dem Modell eines idealen gerechten Staates in Verbindung.
Woher stammt das Wort? Das Wort Justitia kommt natürlich vom Lateinischen her. Iustitia heißt Gerechtigkeit, die Göttin der Gerechtigkeit, von iustus, gerecht.
Denn persönliche Bedürfnisse und Lebenssituationen prägen das Verständnis von Gerechtigkeit. Deshalb kann es in einer Gesellschaft völlig verschiedene Meinungen darüber geben, was gerecht oder ungerecht ist. Menschen aus demselben Milieu haben oft eine ähnliche Auffassung davon, was sie als gerecht empfinden.
Marshall (1950) sieht moderne Gesellschaften gekennzeichnet durch einen Prozess der zunehmenden Verwirklichung von Gerechtigkeit: Zunächst als Gleichheit vor dem Gesetz (als Voraussetzung etwa für Tauschgerechtigkeit), dann in der politischen Selbstbestimmung (durch bürgerliche Rechte) und schließ- lich in der
Ungerecht zu sein bedeutet, nicht gerecht zu sein bzw. eine falsches Urteil zu sprechen. Menschen ist es sehr wichtig, dass in ihrem Leben alles gerecht verläuft, es stört sie, wenn etwas ungerecht ist. Kindern ist es wichtig, dass sie nicht ungerecht behandelt werden.