Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Kreislaufstörungen, Zittern (Tremor, besonders in den Händen), Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen des Blutbilds (Leukozytose), Müdigkeit, verstärkter Durst und verstärktes Wasserlassen, Durchfall und Unterfunktion der Schilddrüse.
Die antidepressive Wirkung setzt häufig erst nach vier bis sechs Wochen ein. Die gegen die Manie gerichtete Wirkung kann aber schon nach einer Woche greifen. Um die Gefahr eines Rückfalls zu verringern, sollten Lithiumsalze über mindestens sechs Monate eingenommen werden. Das ist sehr wichtig.
Wird ein Arzneistoff morgens (8 Uhr) und abends (20 Uhr) eingenommen, dann liegt ein Talspiegel um 8 Uhr und 20 Uhr vor. Wenn retardiertes Lithium einmal täglich am Abend (20 Uhr) eingenommen wird, dann beträgt das längste Dosierungsintervall 24 Stunden und der Talspiegel ist am Abend erreicht.
Lithium wird in Form verschiedener Salze verabreicht, unter anderem als Lithiumcarbonat, -citrat und -acetat. Die Dosis wird individuell eingestellt und die Blutspiegel und weitere Parameter müssen aufgrund der engen therapeutischen Breite regelmässig überwacht werden.
LANGSAME REDUZIERUNG DER LITHIUMSALZELässt der Betroffene die Tabletten abrupt weg oder es kommt zu raschem Abfall des Lithiumspiegels, können verschiedene Symptome auftreten. Dazu zählen Reizbarkeit, Ängstlichkeit, innere Unruhe oder auch eine labile Gemütslage.
Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass bipolare Störungen Hirnerkrankungen sind. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Hirnmetabolismus und die Hirn-Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und GABA abnormal funktionieren.
Den höchsten Lithiumgehalt in Lebensmitteln weisen Schokolade, Milch, Butter, Eier, Getreide und Fleisch auf, auch in Fisch, Kartoffeln und Gemüse ist das Spurenelement zu finden.
Lithiumsalze werden zur Milderung und Verhütung depressiver und manisch-depressiver Episoden eingesetzt. In Deutschland leiden derzeit rund vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Bei etwa zwei Dritteln der Patienten, die ein Antidepressivum erhalten, ist die Wirkung nicht ausreichend gut.
Als Spurenelement gilt Lithium bisher für den Menschen als nicht-essentiell, jedoch sind eine Reihe von therapeutischen Wirkungen, besonders auf die Psyche, nachgewiesen. Lithium wirkt vor allem auf die Psyche ein. Als Medikament wird es seit langem bei chronischen Depressionen eingesetzt.
Am besten vertrugen die Patienten Agomelatin (OR: 0,84%) und Fluoxetin (OR: 0,88), gefolgt von Citalopram, Escitalopram, Sertralin und Vortioxetin. Eine erheblich schlechtere Verträglichkeit als Placebo zeigten dagegen Amitriptylin, Duloxetin, Fluvoxamin, Reboxetin, Trazodon und Venlafaxin sowie Clomipramin.
Wo wird das meiste Lithium abgebaut? Mit 51.000 Tonnen war Australien 2018 der mit Abstand wichtigste Lithium-Lieferant – vor Chile (16.000 Tonnen), China (8.000 Tonnen) und Argentinien (6.200 Tonnen). Das geht aus Zahlen der US-Behörde USGS (United States Geological Survey) hervor.
Lithium hat antimanische, antidepressive und antipsychotische Effekte. Lithium wurde basierend auf einer Empfehlung des Sachverständigen-Ausschusses (SVA) vom 19. Februar 1970 (5. Sitzung) der Verschreibungspflicht unterstellt.
Richtig behandelt, ist die Depression heutzutage häufig heilbar. Wirksame und gut verträgliche Behandlungen werden jedoch oft immer noch nicht eingesetzt, da die Depression übersehen und in ihrer Schwere unterschätzt wird.
Zu den wichtigsten Stimmungsstabilisierern zählen:
- Lithium.
- Carbamazepin.
- Valproat.
- Lamotrigin.
- und modernen Atypika - insbesondere Quetiapin, Aripiprazol, Risperidon und Olanzapin.
Nachfolgend sind die wichtigsten Symptome einer Manie nochmals aufgeführt:
- Intensives Hochgefühl.
- Gesteigerte Leistungsfähigkeit und Kreativität.
- Deutlich vermindertes Schlafbedürfnis.
- Schnelles Umschlagen der Hochstimmung in Gereiztheit, vor allem wenn der Patient Widerspruch erfährt.
Als Stimmungsstabilisierer finden u.a. folgende Medikamente Anwendung:
- Lithium.
- Antikonvulsiva: Carbamazepin. Oxcarbazepin. Valproinsäure. Lamotrigin. Topiramat. Gabapentin.
- Atypische Antipsychotika. Olanzapin. Quetiapin. Risperidon. Ziprasidon. Aripiprazol.
- Antidepressiva.
- Benzodiazepine. Clonazepam. Lorazepam.
Die Autoren der S3-Leitline zur Diagnostik und Therapie bipolarer Störungen [1] tendieren zu der Empfehlung, dass der Lithium-Spiegel möglichst über 0,6 mmol/l, aber nicht über 1,2 mmol/l liegen sollte. Hersteller empfehlen für die Prophylaxe einen Spiegel zwischen 0,5 und 0,8 mmol/l [2].
Bipolare Störungen sind schwere chronisch verlaufende psychische Erkrankungen, die durch manische und depressive Stimmungsschwankungen charakterisiert sind. Die Manie stellt sich als übersteigertes Hochgefühl dar und die Betroffenen sind gleichzeitig meist überaktiv, euphorisch oder gereizt.
Lithium in Heilwasser und Mineralwasser
- Bad Mergentheimer Albertquelle 11,8 mg/l Lithiumgehalt.
- Bad Mergentheimer Karlsquelle 4,9 mg/l Lithiumgehalt.
- Staatl.
- Preblauer Sunshine 1,4 mg/l Lithiumgehalt.
- Hirschquelle Heilwasser 1,31 mg/l Lithiumgehalt.
- Bad Mergentheimer Wilhelmsquelle 1,3 mg/l Lithiumgehalt.
Lithium (abgeleitet von altgriechisch λίθος líthos, deutsch ‚Stein'; Aussprache [ˈliːti??m] oder auch [ ˈliː?i??m]) ist ein chemisches Element mit dem Symbol Li und der Ordnungszahl 3. Lithium kommt in der Natur aufgrund seiner hohen Reaktivität nicht elementar vor.
Die Major Depression zeigt sich vor allem durch Niedergeschlagenheit und/oder Verlust von Interesse und Freude an den gewöhnlichen Aktivitäten. Die Symptome treten an den meisten Tagen auf und dauern mindestens zwei Wochen.